Nachgerechnet

Der lockere Lauf istausgefallen. Nicht schlimm?

Die übliche Antwort in Foren lautet: „Dafür gibt es keine Faustregeln." Das stimmt für die Frage, welche Einheit du streichst. Für die Folge stimmt es nicht — die lässt sich ausrechnen.

Wer die lockere Einheit streicht, macht seine Woche härter, nicht leichter.

Warum macht ein gestrichener lockerer Lauf die Woche härter?

Weil das Verhältnis entscheidet. Was du trainierst, ist eine Mischung aus viel Lockerem und wenig Hartem. Fällt etwas Lockeres weg, bleibt das Harte gleich groß — und wird dadurch anteilig größer.

Diese Mischung ist eines der wenigen Dinge im Ausdauersport, die tatsächlich nachgezählt wurden. Seiler und Kjerland haben 2006 aufgeschrieben, wie elf gut trainierte junge Langläufer ihre Einheiten verteilen: rund 75 % locker, 8 % mittel und 17 % hart — gezählt als ganze Einheiten nach ihrem Ziel, nicht als Minuten. Sie haben nachgemessen, was diese Sportler tun.

Was macht der Ausfall mit deiner Woche?

Trag deine geplante Woche ein. Der Rechner zeigt den harten Zeitanteil vorher und nach dem Ausfall.

Aus 4 lockeren Einheiten und 1 harten Einheit
FallHarter ZeitanteilWoche
Wie geplant20 %300 min
Lockere Einheit fällt aus25 %240 min
Harte Einheit fällt aus0 %240 min

Der Ausfall einer lockeren Einheit hebt den harten Anteil um 5 Prozentpunkte.

Der harte Anteil steigt, obwohl du nichts Hartes dazugelegt hast. Das ist das Gegenteil von dem, was die meisten annehmen.

In welcher Reihenfolge arbeitest du den Ausfall ab?

Aus der Rechnung oben folgt eine Reihenfolge, und die ist kurz genug für den Bahnsteig:

Die Einheit der Planung ist die Woche, nicht der Tag. Wer in Tagen denkt, empfindet jeden Ausfall als Loch. Wer in Wochen denkt, sieht, dass ein Loch von 60 Minuten in 300 Minuten eine Rundungsdifferenz ist.

Wo diese Rechnung aufhört

Die 17 % sind eine Beobachtung, keine Vorschrift. Seiler und Kjerland haben nachgezählt, was elf junge Langläufer tun — nicht, was für dich richtig ist. Wer dreimal die Woche läuft, kommt mit dieser Verteilung rechnerisch gar nicht hin, und das ist kein Fehler.

Der Korridor und der Rechner zählen nicht dasselbe. Die 17 % stammen aus einer Zählung ganzer Einheiten. Der Rechner hier zählt Minuten — und nach Minuten gerechnet lagen dieselben Sportler bei rund 3 % harter Zeit, weil Aufwärmen und Trabpausen einer harten Einheit als locker zählen. Deshalb kursieren zu derselben Studie verschiedene Zahlen — und deshalb ist die Zahl oben kein Sollwert, an dem du dich misst. Der Rechner zeigt die Richtung: was der Ausfall mit dem Verhältnis macht.

Und hier geht es um Einheiten, die am Kalender scheitern. Fällt eine Einheit aus, weil etwas wehtut oder du krank bist, ist das keine Rechenfrage — das gehört ärztlich oder physiotherapeutisch geklärt und nicht auf eine Website.

Der Rechner kennt nur Minuten. Er weiß nicht, ob deine harte Einheit wirklich hart war, ob der lockere Lauf zu schnell wurde oder ob 34 Grad waren. Er beantwortet genau eine Frage: was der Ausfall mit dem Verhältnis macht.

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Woher die Zahlen stammen

Seiler KS, Kjerland GØ: Quantifying training intensity distribution in elite endurance athletes: is there evidence for an „optimal“ distribution? Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports 2006;16:49–56. Beobachtet wurden elf gut trainierte junge Langläufer über gut einen Monat. Die Verteilung 75 % locker, 8 % mittel, 17 % hart entsteht, wenn man ganze Einheiten nach ihrem Ziel einordnet. Zählt man stattdessen die Minuten in den Zonen, verschiebt sich dieselbe Datenlage auf rund 91 % locker, 6 % mittel und 3 % hart.

Und was macht FORMPACE damit?

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