Der Plan sagt GA1, die Uhr piept, und um im Bereich zu bleiben, müsstest du in
den Schritt fallen. Das ist die häufigste Beschwerde im Ausdauersport.
Es gibt drei Gründe dafür — und nur einer hat mit deiner Form zu tun.
Zone 2, GA1, Grundlagenausdauer — ist das dasselbe?
Fast, und die Verwirrung ist berechtigt. GA1 ist die Abkürzung für
Grundlagenausdauer 1 — die untere der beiden Grundlagenstufen im deutschen
Trainingsmodell. Was deine Uhr anzeigt, stammt aus einer Einteilung in fünf
nummerierte Bereiche; der zweite davon meint ungefähr denselben Bereich.
Ungefähr, nicht deckungsgleich: Die beiden Modelle setzen ihre Grenzen an unterschiedlichen
Stellen, und je nachdem, worauf deine Uhr die Zonen bezieht, verschieben sie sich zusätzlich.
Auf diesen Seiten heißt es durchgehend GA1, weil das der Begriff ist, in dem
deutschsprachige Trainingspläne geschrieben sind.
Für die Frage, um die es hier geht, spielt der Name ohnehin keine Rolle. Ob deine lockere
Einheit sich falsch anfühlt, hängt nicht davon ab, wie die Zone heißt — sondern von der Zahl,
auf der sie steht.
1 · Der Anker steht falsch
Die häufigste Ursache, und die langweiligste. Die Grundlagenausdauer wird nicht gemessen,
sondern gerechnet — als Prozentsatz deiner Schwelle oder deiner maximalen Herzfrequenz. Ist dieser Ausgangswert zu
niedrig eingetragen, rutscht die ganze Zone mit nach unten.
Kommt deine maximale Herzfrequenz aus einer Altersformel, kann sie um etliche Schläge
danebenliegen. Und jeder Schlag, um den sie zu niedrig liegt, macht deine lockere Zone
langsamer, als sie sein müsste.
2 · Der Herzschlag hinkt hinterher, und die Umstände reden mit
Dein Puls reagiert nicht sofort. Am Anfang eines Laufs liegt er unter dem, was die Belastung
eigentlich erzeugt — und nach zwanzig Minuten steigt er bei gleichem Tempo weiter. Wer stur auf
die Zahl schaut, läuft am Anfang zu schnell und wird zum Ende immer langsamer.
Dazu kommt alles andere: Hitze treibt den Puls, Steigungen auch, zu wenig getrunken ebenfalls,
und nach einer kurzen Nacht liegt er ohnehin höher. An solchen Tagen ist ein
langsamerer Lauf keine schlechte Leistung, sondern die richtige Antwort.
3 · Es stimmt — und das ist normal
Der dritte Grund ist der unbequeme: Manchmal ist die Vorgabe richtig, und locker ist wirklich
so langsam. Wer aus einer Pause kommt, neu anfängt oder lange nur im mittleren Bereich
unterwegs war, findet die lockere Zone tatsächlich quälend langsam.
Das ändert sich, aber nicht in zwei Wochen. Gehpausen im lockeren Lauf sind keine
Niederlage — sie sind das übliche Mittel, um eine Zone zu treffen, die man noch nicht
durchlaufen kann. Wer stattdessen jedes Mal ein bisschen zu schnell läuft, sammelt Wochen
voller mittelharter Einheiten, die weder locker noch hart sind.
Was hier bewusst fehlt
Wir sagen dir nicht, bei welchem Puls du laufen sollst, wie viel Prozent deiner Schwelle GA1
ausmacht oder wie lange dein Aufbau dauert. Für das Erste kennen wir deine Zahlen nicht, für
das Zweite gibt es je nach Modell verschiedene Einteilungen, und für das Dritte ist jeder
anders.
Was du hier bekommst, ist die Reihenfolge, in der man die Ursachen abklopft.
Erst den Anker, dann die Umstände, dann die Geduld.
Es setzt die lockere Zone nicht aus deinem Geburtsjahr, sondern schätzt den Schwellenpuls
aus deinen harten Läufen der letzten 90 Tage — und zeigt an, worauf die Schätzung
beruht. Und wenn sich eine Einheit ändert, schreibt es den Grund im Klartext daneben, statt
dich raten zu lassen.