Und diese Zahl ist bei den meisten geschätzt — aus einer Formel, die dein
Geburtsjahr kennt und sonst nichts von dir.
Stimmt sie nicht, stimmt keine deiner Zonen. Auch die nicht, in der
du 80 % deiner Zeit verbringen sollst.
Woher die Zahl kommt
Fast jede Zoneneinteilung geht von einem einzigen Anker aus: entweder von deiner maximalen
Herzfrequenz oder von deinem Schwellenpuls. Alles andere — GA1, GA2, die Intervallzonen —
wird als Prozentsatz davon berechnet.
Das ist praktisch, solange der Anker stimmt. Nur wird er bei den wenigsten gemessen. Er kommt
aus einer Altersformel, aus einem einmaligen Wert von vor drei Jahren, oder aus dem höchsten
Puls, den die Uhr je gesehen hat — was oft ein Aussetzer des Brustgurts war.
Ein Anker, der 8 Schläge danebenliegt, verschiebt jede Zone darunter mit.
Deshalb fängt jede ehrliche Zonenfrage bei dieser einen Zahl an.
Anaerobe Schwelle, Laktatschwelle, Schwellenpuls — was ist was?
Drei Namen, die sich überschneiden und trotzdem nicht dasselbe meinen.
Die Laktatschwelle ist die ursprüngliche, im Labor bestimmte Größe: der
Punkt, ab dem im Blut mehr Laktat anfällt, als der Körper nebenbei wieder abbaut.
Anaerobe Schwelle ist der ältere Name für ungefähr denselben Punkt; der
Begriff hält sich, obwohl die Vorstellung dahinter überholt ist — es gibt keine Grenze, ab
der plötzlich „ohne Sauerstoff" gearbeitet wird.
Der Schwellenpuls ist keine dieser beiden Größen, sondern ihre Übersetzung:
die Herzfrequenz, die du bei dieser Belastung hast. Das ist die einzige der drei, die du ohne
Labor abschätzen kannst — und die einzige, mit der deine Uhr rechnet.
Deshalb geht es auf diesen Seiten um den Schwellenpuls. Nicht, weil er
genauer wäre, sondern weil er der ist, den du hast.
1 · Wie nah kommst du ohne Labor an deine Schwelle?
Näher, als du denkst — wenn du schon ein paar harte Läufe aufgezeichnet hast. Deine eigenen
Daten wissen mehr über dich als jede Formel, die nur dein Alter kennt.
Die häufigste Beschwerde im Ausdauersport klingt so: „Ich soll in GA1 laufen, aber dann muss
ich gehen." Das ist selten ein Zeichen von schlechter Form — und fast immer ein Hinweis auf
den Anker aus Abschnitt eins.
Keine Zonentabelle in Prozent, keine Pulswerte nach Alter, keine Aussage darüber, was für
dich gesund ist. Für das Erste gibt es je nach Modell verschiedene Einteilungen, und keine
davon ist die eine richtige. Für das Zweite fehlt uns deine Zahl. Für das Dritte sind wir
nicht zuständig — das gehört in ärztliche Hände.
Was du hier findest, rechnest du mit deinen eigenen Werten nach. Das ist der
ganze Unterschied zu einer Tabelle.
Es schätzt deinen Schwellenpuls aus deinen harten Läufen der letzten 90 Tage —
nicht bloß aus der maximalen Herzfrequenz mal 0,9. Und es sagt dir jedes Mal dazu, worauf
die Schätzung beruht: aus einem eigenen Test, aus deinen Daten, oder grob abgeleitet,
wenn zu wenig da ist.
Das ist eine belegte Schätzung mit angezeigter Herkunft. Kein Labortest — aber
auch keine Zahl ohne Grund.