Bevor du fragst, wie viel du trinken sollst, lohnt die andere Frage: Wie viel
Flüssigkeit brauchst du überhaupt, um diese Menge Kohlenhydrate über dieses
Getränk aufzunehmen — und lässt sich das trinken?
Manchmal ist die Antwort: ein anderes Getränk.
Wie viel Flüssigkeit bedeutet deine Zielmenge?
Beide Zahlen stehen auf deiner Packung
beziehungsweise kommen aus dem Rechner nebenan. Es wird kein Produkt vorgeschlagen — gerechnet
wird mit deinem.
Ein Liter die Stunde — machbar, aber am oberen Rand dessen,
was sich unter Belastung angenehm trinken lässt. Ein konzentrierteres Getränk oder ein Teil der
Menge in fester Form macht es leichter.
Warum ist mehr trinken nicht die sichere Seite?
Das ist die unbequemste Zeile im ganzen Positionspapier, und sie steht dem entgegen, was die
meisten gelernt haben: Über den eigenen Schweiß- und Urinverlust hinaus zu trinken ist
die Hauptursache für Hyponatriämie — ein Zustand, den nur eine Ärztin oder ein
Arzt feststellen kann und den diese Seite nicht beurteilt.
Das Positionspapier nennt dafür einen unspektakulären Grund: Wer länger
unterwegs ist, weniger schwitzt und mehr Gelegenheiten zum Trinken hat, trinkt leichter über
den eigenen Verlust hinaus. Verstärkt wird es, wenn viel Natrium über den Schweiß verloren geht und gleichzeitig
natriumarme Getränke nachgefüllt werden. Wer wissen will, was das für ihn bedeutet,
klärt das ärztlich — eine Website kann es nicht.
Wir sagen dir hier keine Trinkmenge. Sie hängt an deiner Schweißrate, und die
ist individuell. Was der Rechner oben sagt, ist etwas anderes und Schmaleres: wie viel Volumen
nötig wäre, um deine Gramm über dieses Getränk aufzunehmen. Kommt dabei mehr als etwa
ein Liter die Stunde heraus, liegt die Stellschraube bei der Konzentration des Getränks.
Und das Natrium?
Natrium geht über den Schweiß verloren, und wie viel, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Das Positionspapier behandelt es im Zusammenhang mit der Verdünnung von oben: Wer viel
schwitzt und ausschließlich natriumarm nachfüllt, verschiebt das Verhältnis stärker.
Eine Zahl nennen wir hier nicht. Der Bedarf hängt an der Zusammensetzung deines
Schweißes, und die kennt ohne Labor niemand — auch wir nicht. Wer regelmäßig sehr
lange unterwegs ist, weiße Salzränder auf der Kleidung hat und wissen will, was das für ihn
bedeutet, klärt das mit einer Fachkraft für Sporternährung. Ein Rechner kann es nicht.
Was diese Seite bewusst auslässt
Keine Konzentrationsempfehlung in Prozent. Für Sportgetränke kursiert ein
Korridor von sechs bis acht Prozent, meist mit Verweis auf das Positionspapier von 2016. Wir
haben dessen Volltext danach durchsucht und die Angabe dort nicht gefunden. Ob sie anderswo
belegt ist, wissen wir nicht. Deshalb bleibt sie hier weg, und der Rechner nimmt die
Konzentration, die auf deiner Packung steht.
Keine Marke und kein Rezept. Ein Selbstansatz kann funktionieren und kann
billiger sein; welche Mischung sinnvoll ist, hängt an denselben Größen wie oben.
Wo die Trainingsfrage aufhört
Alles auf dieser Seite dient einer Verpflegungsentscheidung: wie viele Gramm
über welches Getränk. FORMPACE ist kein Medizinprodukt, und diese Seite stellt nichts fest.
Wenn dir bei langen Einheiten regelmäßig unwohl wird oder du dir Sorgen um deinen Wasser- und
Salzhaushalt machst, gehört das ärztlich abgeklärt — und nicht mit einem
Rechner entschieden.
Academy of Nutrition and Dietetics, Dietitians of Canada und American College of Sports
Medicine: Nutrition and Athletic Performance. Positionspapier, Februar 2016. Dort
wörtlich zur Trinkmenge: „Over-drinking fluids in excess of sweat and urinary
losses is the primary cause of hyponatremia", verstärkt durch hohe Natriumverluste über
den Schweiß in Verbindung mit natriumarmen Getränken.
Es zeigt zu jedem Posten zwei Wege: den günstigsten und den einfachsten.
Welcher davon deiner ist, entscheidest du — und beide stehen am Ende als Einkaufsliste da.